blind

Blind sein.
Nichts sehen.
Auf andere angewiesen sein,
auf fremde Hände,
auf meine Sinne.

Blind sein
für die anderen,
für das Andere.
Nicht fühlen können,
nur da sein.
Und die Frage:
Wer hält mich schon aus?

Blind sein –
Last sein.
Angewiesen sein.
Aushalten.
Den Blicken der anderen,
dem Schweigen,
mir selbst.
Kann ich Hilfe annehmen?

Blind sein.
Und dann kommt einer.
Einer bleibt stehen,
sieht mich,
öffnet mir die Augen.

Nicht nur die Augen:
auch Herz und Sinn.
Er wäscht fort,
was mich hindert zu sehen
und zu leben.

Und plötzlich
ist da Licht.
Mein Leben – neu.

Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht (Joh 9,7)

©Angelika Kamlage

Worte für mein Leben finden
/ Rückblicke auf meine Lebensjahrzehnte
Jeder Mensch trägt Geschichten in sich. In diesem Kurs entdeckst du dein Leben neu: erinnern, reflektieren, schreiben. Mit inspirierenden Übungen, Austausch in der Gruppe und klösterlicher Ruhe hebst du deine Lebensgeschichten – und bringst sie aufs Papier.

8. Oktober 2026 / Donnerstag bis
11. Oktober 2026 / Sonntag

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