Kategorie: Gedanken

was mich bewegt

Wundertaten für eine bessere Welt

Wir brauchen alle Wundertaten in unserem Leben. –
Bei Wundern dachte ich als kleines Mädchen immer an eine Fee, die mir drei Wünsche schenkt. Viele Jahre später sitze ich hier und lade Euch ein, meinen neuen Wandhänger mit Fotos von den unverwüstlichen Königen von Ralf Knoblauch mit dem Titel WUNDERTATEN zu betrachten. Der König ist keine Fee, doch ein aufmerksamer stiller Beobachter unserer Welt. Inzwischen reist er um die Welt, immer die Würde des Menschen im Blick, die wir Menschen immer wieder mit Füßen treten. Manchmal unabsichtlich, manchmal absichtlich, manchmal unbemerkt, manchmal sehend in Kauf genommen – doch niemals mit Recht. 

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Eine stille Geschichte

Es passiert immer wieder. Jeden Tag. Überall auf der Welt. Babys werden geboren. Eltern freuen sich über das neue Leben. Es wird gelacht und erzählt…. – alltäglich und doch besonders.

Und auch das passiert. Jeden Tag. Überall auf der Welt. Babys sterben. Mitten im Werden. Mitten im Wachsen. Kurz vor der Geburt. Kurz nach der Geburt. Plötzlich. Unerwartet. Eltern weinen. Alle sind fassungslos. Alle sind hilflos.

Ich treffe Alex*, die Geschwister und die Eltern. Ein Familienshooting. Die beiden Großen turnen beim Fotografieren zwischen Alex, den Eltern und mir herum. Es geht so lebhaft zu, dass man fast vergessen könnte, wo wir eigentlich sind.
Emil* und Franz* schneiden Grimassen für lustige Familienfotos und toben dabei auf dem Schoß von Mama und Papa herum. Alex liegt im Arm der Mama. Die Augen geschlossen. Ganz ruhig lässt Alex alles geschehen. Emil küsst das Baby. Franz klettert derweil auf meinen Schoß, ergreift die Kamera und beginnt ebenfalls Fotos von seiner Familie zu machen.


Wir lachen viel – wie das eben so ist bei Familienshootings. Gleichzeitig rätseln wir, wie das mit dem Tod wohl sein mag, was Alex jetzt erlebt und ob er im Himmel auf Mama, Papa, Emil und Franz warten wird. Emil und Franz erklären mir, dass Alex ein ganz besonderes Geschenk sei, weil er ein „beides“ Baby ist, und dass das wunderbar ist, weil Franz einen Bruder und Emil eine Schwester wollte und Alex nun „beides“ ist. Dann wird es ein wenig still. Der Mama rollt eine Träne über die Wange und der Vater schaut stumm auf das Baby im Arm seiner Frau. Franz und Emil umarmen den stillen Alex, küssen es auf die Stirn und fahren zärtlich über die Wangen des Babys. So viel Liebe im Raum, auch Traurigkeit, doch die Liebe überwiegt alles alles andere. Ein ganz besonderes Geschenk, das da im Arm der Mama liegt. Ein wunderbarer Moment.

Und dann betten sie den kleinen Menschen gemeinsam in den kleinen Sarg. Das Stofftier, das die Großen für ihn ausgewählt haben, hat es fest im Arm. Liebevoll decken die Eltern den kleinen Schatz mit der mitgebrachten Kuscheldecke zu.

Ich bin Sternenkind-Fotografin. Solche und ähnliche Momente sind nie alltäglich, wenngleich sie tagtäglich passieren. Ich lerne in diesen Situationen immer wieder neu, wie wichtig es ist, dass es diese Möglichkeit für die Eltern gibt. Die Bilder helfen im Umgang mit der Trauer. Ein Ehrenamt, von dem ich selbst auch immer wieder beschenkt werde.

Die Webseite für Interessierte www.dein-sternenkind.eu

erschienen auf spurensuche.de

*Alle Namen sind von mir geändert.

Vorwärts schauen

Der Virus verändert unsere Welt. Selten war es wichtiger als jetzt, dass wir gemeinsam VORWÄRTS SCHAUEN und uns dabei gegenseitig den Rücken stärken. So ist dieser kleine Wandhänger entstanden u.a. mit Worten von mir. Nicht ganz so elegant wie Rilke, doch mit viel Herz.

Immer vorwärts! deine Stärke
liegt in deiner eignen Brust,
nur dass du sie erst durch Werke
unermüdlich wecken musst.

Tändelnd hüpft mit Lebestönen
wohl der Bach durchs flache Land,
doch er stürzt mit Donnerdröhnen
nieder von der Felsenwand.

Erst bei jenen Hindernissen
fühlt er, dass er Stärke barg,
Eichen hat er mitgerissen!
Das bedenke! – und sei stark!

Las nie ungenützt ein Heute
rasch entfliehn bei Lust und Scherz,
manch gute Körnlein streute
dir dein Schicksal in das Herz.

Lass ein jedes sorgsam reifen,
denn für jedes kommt die Frist;
so erst lerne, zu begreifen
wie unendlich stark du bist.

Tief aus deinem Innern ranke
mählich sich zum Licht die Saat,
erst Empfindung, dann Gedanke,
Wort hierauf, und endlich: Tat!

Rainer Maria Rilke

Die kleinen Könige von Ralf Knoblauch stärken dabei den Rücken. Die Texte u.a. von Angelika Kamlage möchten dem Betrachter Kraft und Hoffnung schenken, jeden Tag weiter zu gehen.

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Wie schön war es doch früher

welch schöne Sommer Idylle, die wir fanden
welch schöne Träume wir uns erfüllten

wie schön war es doch früher
Reisen ohne Angst und Sorge
Reisen in die entferntesten Winkel der Welt

wie schön war es doch früher
das Wasser klar
die Luft rein
und weit und breit kaum andere Menschen

wie schön war es doch früher
als Mensch und Tier und Vegetation
noch Hand in Hand durch die Schöpfung gingen

wie schön war es doch früher
kein Plastik, keine Ozeanhotels, keine Riesenflieger
kein Urlaub im Ausland – viermal im Jahr

wie schön heil war es
als der Mensch noch nicht rücksichtslos
alles verbrauchte
alles mehr als es der Natur, den Tieren und uns gut tat

wie schön war es
ohne Antrieb nach noch mehr
ohne Fast-Fashion, Fast-Imbiss, Fast-Einkauf

Mitten im Sommer – mitten im Leben – mitten im Genuss
Halte ich einen Moment inne
was brauche ich wirklich
was muss ich an meinem Verhalten verändern
was zählt wirklich in meinem Leben

eine Chance, die Corona mir bietet
mich neu zu orientieren
meinen Konsum umzustellen

veröffentlicht auf spurensuche.de – eine Seite zum Suchen und Finden
eine Seite, um sich neu im Glauben anregen zu lassen

Ertragt einander in Liebe (Eph 4,2)

Seid demütig,
friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe.

Eph 4,2

Wir haben Katzen.
Eine ältere Dame, einen nicht ganz so alter Herr und ein junge quirliges Fräulein, das die beiden anderen immer mal wieder aufmischt. Nicht immer zu deren Freude. Meist endet es in Knurren und Fauchen. Manchmal bekommt die kleine Zicke auch eine handfeste Ermahnung, dass es jetzt genug ist und sie sich gefälligst benehmen soll.

Die Blicke, die uns die beiden älteren Katzen dann immer wieder zuwerfen, sind deutlich:
„Die nervt“
„Hatten wir nicht von Anfang an gesagt, dass das eine doofe Idee ist?“
„Wir wollen unsere Ruhe!“
Irgendwie haben sie ja auch recht. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Sie hatten Haus, Grund und Menschen unter sich aufgeteilt und machten ansonsten was sie wollten.

Und dann an einem Tag vor zwei Jahren kam dieser ungestüme Wirbelwind, der spielen und Spaß haben wollte, ins Haus. Das Fräulein forderte die beiden Älteren immer wieder heraus und war gleichzeitig so zuckersüß und babyhaft hilflos, dass auch katze ihr nicht wirklich etwas antun wollte. Also wanderten die Alten aus und warteten, bis die Junge etwas trockener hinter den Ohren wurde.

Inzwischen gibt es einen neuen Status quo, was Haus, Grund und Menschen betrifft. Alles frisch aufgeteilt. Alles irgendwie im Einklang … wenn, ja wenn das Fräulein nicht immer wieder von Zeit zu Zeit alles aufmischen würde.

Während ich als Mensch die Kämpfe, Zankereien und das vorsichtige Austauschen von Schmuseeinheiten beobachte, muss ich immer wieder daran denken, dass es unter Menschen oft auch nicht anders ist. Gemeinschaften, die aufeinander eingespielt sind, empfinden Neuankömmlinge auch oft als Störenfriede.

Paulus schreibt im Epheser-Brief:
„Seid demütig, friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe.“ (Eph 4,2)

Ertragt einander in Liebe – nicht: liebt einander. Ich muss nicht alle lieben, doch alle ertragen in dieser meiner Gemeinschaft der Menschen.

Ohne Frage stellt mich dieser Satz im Leben vor immer neue Herausforderungen. Ich liebe ein Leben in Harmonie. Störenfriede stören diese. Die einfache Lösung, mich zurückziehen – die anstrengende, mich dem Konflikt stellen. Welche wähle ich? … und ist überhaupt eine der beiden Alternativen eine gute Wahl, frage ich mich. Doch „bleiben und ertragen“ als dritte der beiden Varianten fühlt sich auch nicht wirklich wie Selbstverwirklichung an.

Was also? „Ertragt einander in Liebe.“ Auch wenn ich nicht alle lieben muss, so ist dennoch auch hier wieder Liebe das entscheidende Schlüsselwort. Ertrag den Anderen mit Liebe. Sei nachsichtig, freundlich, geduldig.

Seid demütig, friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe (Eph 4,2).

Und noch etwas scheint mir wichtig zu sein: Ertrage nicht nur den Anderen, auch Dich selbst, wenn Du verletzt, unzufrieden, unausgeschlafen, mürrisch und nicht perfekt bist. Sei auch mit Dir selbst nachsichtig, freundlich und geduldig. Ich glaube, dann gelingt es, auch mit anderen so umzugehen.

Der Gedanke der Woche macht Sommerpause. Im September gibt es den nächsten Gedanken. Bleibt gesund und behütet.

Fragen, Anregungen gerne an wochenimpuls @ angelika-kamlage . de

Nein, das können wir besser!

Moment mal.
Was passiert denn da?
Bilder von randalierenden Menschen.
Bilder von eingeschlagenen und geplünderten Geschäften.
Ach ja – alles schon gesehen.
In den USA ist ganz schön was los.

Moment mal.
Mein Herz setzt eine Sekunde aus. Ich bekomme einen Schreck, als ich erkenne, dass es sich dieses Mal nicht um die USA handelt, sondern um meine Nachbarschaft.

Die Welt verändert sich. Deutschland verändert sich. Schon länger – nicht erst seit Corona. Doch scheint Corona einen Prozess zu beschleunigen, der bisher zwar stetig, doch eher langsam abgelaufen ist. Die Schere zwischen den Menschen mit mehr und weniger Glück, Privilegien, Geld, Arbeit und Lebenssicherheit wird größer. Ich glaube auch wahrzunehmen, dass die Ansprüche des Einzelnen ans Leben wachsen.

Vergleiche ich mich mit anderen, die mehr zu haben scheinen als ich, werde ich schnell unglücklich. Orientiere ich mich an dem, was meinen Möglichkeiten entspricht, bleibe ich auf dem Boden. Trotzdem bleibt das Gefühl der Ungleichheit, das mich bewegt. Dazu gesellt sich bei einer zunehmenden Zahl von Menschen das Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit, nichts an ihrer Situation ändern zu können. Schon lange war der Glaube an Verschwörungsnarrative nicht mehr so groß wie zur Zeit. Wissenschaftler sagen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Verschwörungsnarrative und dem Gefühl der Machtlosigkeit gibt.

Sorgenvoll blicke ich nach Stuttgart, Amerika, Brasilien, auf die ganze Welt. Was wird werden? Wie werden wir alle damit umgehen? Mehr Gewalt. Mehr Zwang.
Nein, das sollte nicht die Lösung sein müssen.
Nein, das können wir besser.
Wir alle.
Mein Glaube – jeder ist ein geliebtes Kind Gottes.
Meine Hoffnung – den Wert meines Nächsten nicht unter meinen eigenen Wert zu stellen.
Meine Sehnsucht – wieder uns gegenseitig mehr in den Blick nehmen anstatt nur mich selbst.
Meine Erkenntnis – wenn alle sich im Blick haben, muss ich mich um mich nicht sorgen.

Und seid gewiss:
Ich bin jeden Tag bei euch bis zum Ende der Welt. (Mt. 28,20)

erschienen auf spurensuche.de – ein Portal für die Spurensuche im Leben!

Ich bin bei euch alle Tage (Mt 25,20)

Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch bis zum Ende der Welt. (Mt. 28,20)
Bald sind es acht Wochen, dass ich mehr zu Hause als draußen in der Welt lebe. Ich gehe einkaufen, zum Arzt und Rad fahren. Die restliche Zeit verbringe ich zu Hause. Langweilig wird mir nicht, doch mir fehlen die Menschen, die Gespräche, das Lachen, Umarmungen – der persönliche Kontakt.

Jeden Sonntag werde ich einen kurzen Wochenimpuls veröffentlichen. Dabei wird immer ein Satz im Mittelpunkt stehen, der mir wichtig ist.

Ich freue mich über Rückmeldungen in den Kommentaren oder auf eine E-Mail.

Was wird aus mir?

Getauft und Gefirmt
Hinaus gesandt zu den Menschen

Was wird aus mir?

Du, Gott, schickst mich hinaus.
Du sagst mir, leuchte in dieser Welt,
Denn ich bin die Lichtquelle allen Lebens.

Du, Vater fordert mich heraus,
von DIR zu erzählen,
denn DU bist der Ursprung aller Geschichten und aller Liebe.

Was wird aus mir?

Ein Christ.

copyright by Angelika Kamlage

Genau hingeschaut

Es gibt Momente, in denen sitze ich verzweifelt an meinem Computer. Immer wieder passiert das beim Lesen von Mails. Meist geht es in diesen Mails darum, wie wir „Kircheninternen“ miteinander umgehen. Ich schreibe „meist“ und denke: „Nein, eigentlich geht es immer darum.“

Ich merke in immer höheren Maße, wie schlecht es mir mit der Schere geht, die dadurch in meinem Herzen entsteht. Ich erlebe Predigten, die Güte und Liebe lehren, und Ansprachen, in denen die Wichtigkeit der Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt gestellt wird. Dann erlebe dann im konkreten Handeln jener, dass es unverändert darum geht, nicht zu teilen oder Partizipation zuzulassen, sondern mit neuen Worten alles beim Alten zu lassen.
Vor einigen Tagen sagte mir jemand, dass Macht an sich nicht negativ wäre, sondern dass ein Umschlagen ins Negative erst dann erfolgt, wenn Macht zur Herrschaft wird. Es machte „klick“ als ich das hörte.

Als Geistliche Begleiterin bin ich so vielen Menschen begegnet, die mir ihre persönlichen Eindrücke vom kirchlichen Alltags-Gemeinde-Leben erzählen. Sie berichten von Machtspielen, von Intrigen, von Hilflosigkeit und von dem zunehmenden Gefühl, dass ihr Glaube dadurch verloren geht. Unbequem zu sein, die eigene Vision und den eigenen Glauben ins Gespräch zu bringen – das ist in unseren Gemeinden noch immer unerwünscht. Gewünscht ist Konformität – egal, was es kostet. Meist geht es darum, dass die „Schlagrichtung“ einer Gemeinde eine gemeinsame sein muss – für was oder gegen wen auch immer.

Wer unkonform bleibt, wer sich andere Blickwinkel wünscht, wer sich dafür einsetzt, stößt auf Unverständnis bis hin zur Ausgrenzung. Zurück bleiben Menschen, die sich verletzt zurückgezogen haben und Kirche lieber zukünftig aus der Ferne beobachten.
Jedoch: Ihre Sehnsucht nach Gott, seiner Nähe, nach Gemeinschaft bleibt.

Für mich stellt sich immer wieder die Frage, wie wir dafür Lösungen finden können. Beim Synodalen Weg ist ein Thema Machtmissbrauch. Das ist gut. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob auch das geschilderte Problem dabei wirklich im Blick ist.
In den Gemeindeentwicklungsprozessen, die ich begleiten darf, versuchen wir genau diese Problematik nicht aus den Augen zu verlieren. Nicht einfach, doch unglaublich wichtig, um als Christen und Kirche glaubwürdig zu bleiben.

#stayathome

nur noch zum einkaufen
nur noch zum arzt
und zu dem auch nur,
wenn es unbedingt sein muss
für uns die dritte woche

Danke Ralf für diese Aktion.
Du bist immer wieder an der Seite der Menschen. <3

Für alle, die den kleinen König auch gerne zu Hause hätte:
Es gibt in meinem Shop einen immerwährenden Kalender mit Fotografien des königlichen Begleiters.